Französisch, Englisch, Übersicht, home, http://www.parteien-und-politik.de/Google.html
Ist
dieses Konzept eines Polytechnikums von Simon und Beatrice realistisch, z.B. in
den gigantischen Flüchtlingslagern und Slums überall in der Welt?
Fragt man einen Europäischen Bildungsexperten, einen Minister, Professor oder Lehrer, der sich gut bezahlt in den Bereich der Entwicklungshilfe verirrt, aber wohl auch jeden, der sich in einem Amt irgendwo in Europa auf seinem Examensschein oder Titel mit festem Honorar wie auf einen Tron in unserer Bildungsaristokratie niedergelassen hat, der also in unserem mittelalterlichen, längst anachronistischen Bildungssystem durch Anpassung erfolgreich war, der wird immer sich selbst und seine Karriere als Meßlatte für etwas Vorbildliches deklarieren und alles andere als Phantasterei negieren und ablehnen.
Dabei wird dieses Konzept im Kleinen längst in Kenia, Indien und Bangladesh auf der Basis der Mikrokredite nach der Idee von Muhammad Yunus praktisch angewandt, bei dem jeder von anderen in der finanzierten Selbstständigkeit sowohl angelernt wird, wie er dann auch andere anlernt.
Dies ist in der Tat ein geniales Schneeballsystem, ohne den Muff der Talare des teuren europäischen Bildungsdinosauriers, bei dem es mehr um gesellschaftliche Höherstellung über andere als um Bildung geht.
In voller Effektivität als Massenuniversität setzt ein solches Konzept natürlich eine relativ gigantische Software voraus, über die automatische Lehr- wie sichere Prüfungsaufgaben erfüllt bzw. geleistet werden könnten, die vom Stoff her aber längst in allen relevanten Sprachen im Internet oder im Handel verfügbar sind, was mit einer Investition von nur einigen Millionen Euro in wenigen Monaten erstellbar (bestellbar) wäre.
ARBEITS- UND STUDIENVERTRAG (Entwurf)
Das Severua-Polytechnikum ist in Tanzania in dieser Form ein erstmaliger Versuch, Arbeit und Studium miteinander zu verbinden, so daß der Student von Beginn an ein Gehalt bezieht.
Der Eintritt in das Severua-Polytechnikum ist ein Arbeitsverhältnis und
zugleich ein Studienverhältnis.
Voraussetzung ist der Besuch einer Grundschule: Der Bewerber im Alter von
mindestens 15 und maximal 60 Jahren muß Kisuaheli lesen und schreiben können
und die vier Grundrechenarten beherrschen.
Mit der Bewerbung muß jeder einen Test mit 600 Fragen beantworten. Die richtige
Beantwortung der Fragen entscheidet nicht über die Aufnahme ins Polytechnikum,
sondern kann einmal dem Bewerber zur Selbsteinschätzung dienen, soll aber in
erster Linie für den Betrieb zur Feststellung und Beurteilung verschiedener
Begabungen dienen.
Sinn der Kombination von Arbeit und Studium je 4 Stunden täglich an fünf
Tagen der Woche ist es, den Arbeitnehmer für die besondere Arbeit zu schulen
und bis zum Alter permanent weiter zu qualifizieren.
Der allgemeine Bildungsstand sollte nach 20 Jahren der höchste in der Welt
sein.
Das Studium gehört zur Arbeitszeit.
Im Interesse des Arbeitnehmers liegt es, sich für eine Weiterbeschäftigung und
eine eventuell höhere Gehaltsstufe zu qualifizieren.
Im Interesse der Firma soll die Qualifizierung der Arbeitnehmer erreichen, mehr
und bessere Produkte herstellen und besser vertreiben zu können.
Der Arbeitstag besteht aus vier Stunden praktischer Arbeit, nach Bedarf in 6
Schichten, und vier Stunden theoretischer Tätigkeit, die sich je zur Hälfte
wieder in Studium und Lehrtätigkeit aufteilt.
DAS STUDIUM umfaßt
1. alle betrieblichen Vorgänge:
Einkauf von Materialien, Lagerung und Konservierung, technische Fertigung,
Verpackung, Präsentation, Design und Werbung, Pädagogik, Rhetorik, Vertrieb und
Verkauf, Marktforschung, Betriebsführung und Buchhaltung,
wie der Gebrauch und Umgang mit Computern;
2. Hintergrundwissen und Allgemeinbildung:
Kisuaheli und Englisch, Mathematik,
Physik, Chemie, Materialkunde, Technik und Fertigung, Elektrik und Elektronik,
Rechts- und Staatskunde, Soziologie, Geschichte und Geographie,
andere Sprachen wie Französisch, Spanisch, Deutsch, u.s.w.,
Religion, Philosophie und Literatur,
Musik, Kunst und bildnerisches Gestalten, Medienanalyse und Mediengestaltung
von Zeitung, Büchern, Film und Fernsehen, Erstellen von Computerprogrammen,
Erstellen von Unterhaltungsprogrammen, Erstellen von Lerneinheiten, Erstellen
von Lern- und Testprogrammen.
Ein besonderer Übergang als Eignungsnachweis zum konventionellen
Hochschulniveau soll nicht bestehen ist aber denkbar.
Ebenfalls sind Berufsabschlüsse wie eine strenge Trennung in konventionelle
Berufsgruppen nicht vorgesehen: Die Theorie richtet sich nach dem betrieblichen
Bedarf und den praktischen Möglichkeiten, so daß sowohl in den Lerneinheiten
wie bei der praktischen Tätigkeit im Prinzip Permeabilität zwischen allen
Berufsgruppen, Arbeitsplätzen und Lehrbereichen gegeben bleibt. Dies schließt
eine berufliche Spezialisierung selbst bis zur Ebene der reinen
wissenschaftlichen Forschung nicht aus, sondern soll dieses erleichtern.
Jede Qualifikationsstufe kann als Zugang zu unterschiedlichen höheren
Lerneinheiten weiterführen, wie auch umgekehrt unterschiedliche Lerneinheiten
als Voraussetzung zu einer Qualifikationsstufe geeignet sein können.
Die Festlegung eines Abschlusses im Niveau der konventionellen Berufe ist aber
denkbar.
DIE PRAKTISCHE TÄTIGKEIT.
Eine Spezialisierung sowohl der Tätigkeit wie des weiteren Studiums entscheidet
sich durch die Eignung, durch Qualifizierungstests, sowie durch Möglichkeit und
Bedarf und nach dem persönlichen Wunsch der Arbeitnehmer.
Die praktische Tätigkeit der 4 Stunden täglich muß nur mindestens dem
theoretischen Bildungsgrad entsprechen, sie kann qualitativ je nach Bedarf
beliebig darunter liegen, das heißt: Ein Betriebsangehöriger mit dem
theoretischen Bildungsgrad eines Ingenieurs kann, wenn notwendig, trotz höherer
Qualifizierung und höherem Gehalt, eine einfache Fließbandarbeit ausführen
müssen.
Vier Stunden Arbeitszeit versteht sich ohne Pause. Nach Bedarf muß im
6-Schichtenrythmus gearbeitet werden; z.B. von 6 Uhr bis 10 Uhr vormittags oder
auch von 14 Uhr bis 18 Uhr nachmittags u.s.w..
Die Woche besteht aus fünf Arbeits- und Studientagen.
Das Gehalt richtet sich nach dem theoretischen Qualifikationsgrad.
Mit einer höheren theoretischen Qualifizierung verbindet sich automatisch eine
höhere Entlohnung von mindestens 1% zum Normaltarif nach jedem erfolgreichen
Test.
Eine jeweils höhere Qualifizierungsstufe entscheidet sich mindestens alle drei
Monate (vier Mal jährlich) durch theoretische Testprüfungen.
Bei einem Test müssen von etwa 200 Fragen, die aus 600 Fragen der
vierteljährlich belegten Lerneinheiten beliebig ausgewählt werden, mindestens
70% im Multiple-choise-Verfahren richtig beantwortet sein, um eine
Höherstufung, also einen höheren Qualifikationsgrad zu erreichen.
Mit einem negativen Ergebnis bleibt das Gehalt unverändert.
Je nach Vorbildung, Fleiß oder Begabung können freiwillig im Jahr mehr als das
Minimum von vier Tests absolviert werden.
Das theoretische Studium und alle Tests gehören zur bezahlten Arbeitszeit. Wer
wiederholt Arbeit, Studium und/oder Tests ohne akzeptierten Grund (wie z.B.
Krankheit) versäumt, wird entlassen. Er kann sich eventuell für die niedrigste
Stufe erneut bewerben.
Vorgesehen ist, daß die Qualifikationstests im Prinzip nach der Methode wie
nach dem genauen Zeitpunkt vom Studierenden frei gewählt werden können, ob sie
z.B. schriftlich unter Aufsicht zu einem bestimmten Termin oder auch frei an
besonderen Automaten und Komputern geleistet werden.
Tests an speziellen Automaten oder Komputern können dann beliebig oft
wiederholt werden.
DIE LEHRTÄTIGKEIT.
Nach etwa der vierten Qualifikationsstufe, teil sich die theoretische Arbeit
zur Hälfte je in Studium und Lehrtätigkeit.
Der Student muß als Dozent Lernbereiche, in denen er sich genügend qualifiziert
hat, an andere, etwa jeweils fünf Betriebsangehörige, unterrichten.
Er betreut seine Studenten jeweils drei Monate selbstverantwortlich bis zum
jeweiligen Abschlußtest.
Er ist verpflichtet, einen schriftlich vorgegebenen Lehrplan einzuhalten.
Er kann für seinen Bereich spezielle Prüfungsfragen erstellen und vorschlagen.
Durch dieses Dozieren vertieft und verfestigt sich einmal das gelernte Wissen,
und erspart andererseits teure Lehrkräfte.
Der jeweilige Qualifikationsgrad des Dozenten berechtigt zum Tragen einer
bestimmten Kluft, die bei der Lehrtätigkeit getragen werden muß.
Mit einem bestimmten Qualifikationsgrad, insbesondere im höheren Alter, kann
nach Bedarf und Wunsch die praktische Arbeitszeit ganz durch Lehrtätigkeit
ersetzt werden.
Unterricht und Tests werden von Tutoren und Professoren zugewiesen und
beaufsichtigt und durch allgemeine Vorlesungen ergänzt.
ORGANISATION DER STUDIERENDEN
Die Studierenden sind in einem Betriebsrat organisiert und über diesen an der
Gesamtgestaltung von Lehre und Produktion beteiligt.
AUßERBETRIEBLICHE STUDENTEN.
Arbeitnehmer aus anderen Betrieben oder freie Studenten können gegen Zahlung
einer Studiengebühr an allen Schulungen und Tests teilnehmen.
Sie müssen sich für jede Lerneinheit, die sie belegen wollen, vorher durch
einen Test qualifiziert haben. Es besteht weder Pflicht noch Recht, selbst zu
unterrichten.
Sie erlangen keine besonderen Rechte, in das Polytechnikum voll aufgenommen zu
werden.
Im Fall einer Aufnahme ins Polytechnikum ist der theoretische
Qualifikationsgrad für die Gehaltsstufe nicht verbindlich und wird ja nach
Praxis des Bewerbers von Fall zu Fall entschieden.
Simon Severua, Box 1145
Tabora/ Tanzania
home,
Übersicht