1. Sich bilden.
2. Andere bilden.
Was tun bei einem Mißverhältnis?
Information als Kenntnis.3. Alte und neue pädagogische Methoden, Systeme und wissenschaftliche Einsichten.
Information als Weltanschauung.
Bildung und Selbstverständnis.
Bildung als Gesellschaftsstruktur.
Weltanschauung als Information.
Bildung als Macht, Vorsprung und Überlegenheit in Geschichte und Gegenwart.
Bildung als Voraussetzung von Nationalismus, Patriotismus und konfessioneller und religiöser Zugehörigkeit und Krieg.
Mißbrauch von Bildung.
Bildung als Voraussetzung gegenseitigen Verstehens und Frieden.
Bildung als Voraussetzung Probleme und Konflikte zu lösen.
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Das Mißverhältnis von Schüler und Lehrer kann viele
Ursachen und Formen haben.
In der Tat sind besonders die noch junge Demokratie noch immer überlagert
von aristokratischen bis despotischen Vorstellungen mit allen Versuchungen
und Neigungen, die sich aus der Machtsituation von Obrigkeit nun mal ergeben.
Dies gilt aber auch für die Familien, Betriebe, Verwaltungen auch
der schon älteren Demokratien wie der der USA aber auch denen der
sozialistischen Staaten und gilt besonders für Deutschland. Man muß
dabei an die langsame Entwicklung über viele Hunderttausend Jahre
denken, in der sich Sprachen und Kulturen bildeten, mit denen sich wiederum
solche Unsitten weiter vermitteln, - was meist darin besteht, sowohl andere
zu unterwerfen wie auch sich selbst. Das sog. Machtwort gilt noch immer
als Zeichen der Qualität und ist für jede Obrigkeit meist auch
das einfachste.
Vor noch nicht langer Zeit - vielleicht 30 000 Jahre - war der Schritt
zu Ackerbau und Viehzucht ein großer Fortschritt und man dressierte
dann die eigenen Kinder wie auch Sklaven und Untergebene nach dem effektiven
Vorbild, wie man Haustiere dressierte. Die Bibel ist ein treffliches Lehrbuch
für solche Tradition in unserer Vergangenheit.
Sicher wäre nur dieser Gesichtspunkt eine unzulässige Vereinfachung
der komplizierten Bildungsstruktur unserer Gegenwart. Dennoch sollte in
der Schule einer Wissensgesellschaft niemals - auch nicht unwissentlich
und unbewußt - Wissensvorsprung als Machtvorsprung und als Machtinstrument
praktiziert und damit vermittelt werden, was nichts anderes bewirkt, als
„Untergebene" möglichst in Unwissenheit zu halten, wie der Europäer
es in den Kolonien und auch im eigenen Land noch vor hundert Jahren ganz
bewußt betrieb. Wir brauchen unsere Bildung, um unsere Probleme meistern
zu können. Mit Idioten kann keine Demokratie gelingen und auch nicht
der Erhalt einer friedlichen Welt.
Gerade für die jüngsten Schüler sollten deswegen die
pädagogisch bestqualifizierten Lehrer ausgesucht werden.
Aber auch Pädagogen sind Menschen und ganz menschliche Konflikte
mit einzelnen Schülern sind wohl unvermeidlich.
Es besteht dabei die Gefahr, daß sowohl die Existenz des Lehrenden,
meist aber wohl die normale Existenz des Lernenden regelrecht zerstört
werden kann.
Ein solches Mißverhältnis ist ein soziales Geschwür,
ein Unglücksherd.
Statt daß man die Schuld einfach dem rangniederen Schüler
gibt, weil er eindeutig der Gegenstand des Problems ist, wäre hier
meist eine Qualifizierung des Pädagogen der beste Weg, soweit die
Lernpsychologie bereits Einsichten besitzt. Jedenfalls ist auf dem lernpsychologischen
Gebiet viel Grundlagenforschung angebracht. Die althergebrachte Methode,
den problematischen Schüler "zu brechen", "kleinzukriegen", ihn zu
bestrafen, zu beleidigen, zu diskriminieren, sollte wie die Prügelstrafe
verboten und als Verstoß gegen die Menschenwürde auch geahndet
werden.
Das übliche - in der Sache oft berechtigte - Gegenargument, daß
Schüler dieses ausnutzen, um sich dem Unterricht verweigern zu können,
öffnet den Blick auf das übergeordnetes Thema von Problematik:
Schule
muß als bezahlter Dienstleister - und nicht als Obrigkeit - das ganz
natürliche Lernbedürfnis aller Kinder und Menschen fördern,
verstärken und befriedigen. Wenn Schule - oft in der Sache auch
berechtigt - wie Terror und Zeitverschwendung empfunden wird, dann erfüllt
der Betrieb die gestellte Aufgabe nicht.
Eltern müssen in Einzelfällen versuchen, den Pädagogen
umzustimmen, zu informieren, notfalls zu bestechen oder zu bedrohen; letztes
Mittel ist ein Schulwechsel, um ein Kind vor der seelischen Verstümmelung
und vor der Zerstörung einer normalen Entwicklung zu bewahren.
Ein modernes Mittel ist, eine Problemsituation im Internet öffentlich
zu diskutieren: So behauptete jüngst in Einbeck eine Lehrerin während
der Elternversammlung, in ihrer Schule könne man Legastenie heilen
und brauche deswegen keine Sonderbehandlung der betroffenen Schüler.
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