Die Reden von Blair und Bush am 17. und 18. März.

Demos und Diskussionen

Frau Angelika Merkel

Die Favorisierung des Friedens und die Notwendigkeit zum Handeln, ihn zu erhalten, sind inhaltlich keine Gegensätze.

 

Wie der geheimnisvolle, unbekannte Virus aus Honkong demonstriert, an dem bislang 8 Menschen starben, und durch den sich bereits Angst in der ganzen Welt verbreitete, ist solches als Waffe in der Hand eines Hussein, eines Diktators der sich mit 99% wählen läßt, der tötliche Viren künstlich erzeugte und erzeugen und einsetzen will, der gestern, am 16. März, vor der Weltöffentlichkeit noch mit tausend Selbstmordterroristen drohte, er ist eine Gefahr für die ganze Menscheit, - und jeder weiß, dass man ihm – und damit in erster Linie auch solcher politischen Konzeption – demonstrativ und nachhaltig das Handwerk legen muß. Daß eine solche politische Konzeption der Erpressung als solche selbst juristisch nicht fassbar ist, lässt sich an diesem SARS-Erreger als Beispiel demonstrieren:

selbst wenn es gelänge von tausend Reagenzgläsern mit solchen Erregern, die in irgendwelchen Kühlschränken, Mauerritzen, unter Baum- und Pflanzenwurzeln, in lebenden Hühnern, Tauben, Katzen oder wo immer im Irak versteckt wären, alle tausend zu finden, so wäre es einer solchen Konzeption immer wieder möglich, über den Körper oder Leichnam eines Erkrankten neue Erreger zu bekommen und zu züchten, wenn man den Despoten nur in Ruhe lässt, wie es die Deutschen indirekt fordern.

 

 

Der diplomatische Faux-pas des deutschen Kanzlers und der rhetorische Doppelsalto seiner Regierung und Partei anschließend hat hoffentlich die Gehirnzellen der rhetorischen Kämpferinnen und Kämpfer etwas geschult, - aber dabei als regelrechte Lawine ein weltweites Bekenntnis zum Frieden ausgelöst. Sicher ein schönes Erlebnis von Freundschaft für die Deutschen, und ein schönes Erlebnis von Gemeinsamkeit für die Menschheit.

Daß bei den rhetorischen Purzelbäumchen zunehmen Hussein als das Opfer und Bush und seine Mitkämpfer als die Bösen dargestellt werden und indirekt sogar den Terror gegen die USA rechtfertigen, und den Terror der Terroristen und den Terror Saddams gegen seine eigene Bevölkerung verharmlosen, obwohl man sich gleichzeitig ganz auf die USA und Gleichgesinnte verlässt, wenn man selbst in Not ist, zeigt, dass der kleine politische Zwerg, Deutschland, noch kräftig wachsen muß, will er auch politisch ernstgenommen werden.

 

Beten wir, dass die Menschheit insgesamt vernünftig genug ist, ihr eigenes Wissen zu überleben.

 

Colateralschäden = der unbeabsichtigte Tod von unschuldigen Menschen wird in Kauf genommen.

Wir haben in der Iraksache in der EU und in der UN zwei Ansichten.

  1. Ansicht: Saddam hat biologische und chemische Waffen, er will diese und auch atomare Waffen ausbauen und als politisches Instrument einsetzen. Und man kann ohne seinen Willen diese Waffen auch in 100 Jahren nicht finden, wie oben dargestellt. Nach geltendem Recht sind Vermutungen und Absichten nicht strafbar. Saddam kann seine finsteren Absichten also juristisch legitimieren. Und man muß notfalls dieses geltende aber durch Saddam missbrauchte Recht durch einen Gewaltakt scheinbar in gleicher Weise – aber eben sichtbar – durchbrechen, und bei diesem – eigentlich polizeilichen Eingriff - den Tod von eigenen Soldaten und irakischen Menschen in Kauf nehmen. Die USA, Briten, Australier und 40 andere Nationen halten dieses für notwendig. Wer in dieser Weise Scheiße anpackt, bekommt schmutzige Hände.
  2. Ansicht: Man weiß zwar von den schlimmen Absichten Saddams, aber man hält das Durchbrechen des geltenden Rechts für ein unnötiges Unrecht. Man will Saddam gewähren lassen. Man will ihn kontrollieren, und nimmt dabei die Misshandlung, die Menschenverachtung eines Tyrannen und den Tod von vielen Irakern, Israelis und der politischen Nachbarn – es sind bereits Millionen - in Kauf. Aber diese werden ja nicht direkt von einem selbst verursacht, aber sind dennoch Kolateralschäden. Das Völkerrecht bleibt bewahrt. Schmutzige Hände bekommt man auch dann.

 

§ 1. Wenn solcherart unterschiedliche Ansichten sich gegenseitig als das Böse bezeichnen, gibt es auf beiden Seiten  nur noch das Böse. Soziologisch ist dies eine ethische Selbstzerfleischung, militärisch eine Katastrophe, politisch eine Sackgasse.

 

Kann man die sog. Kolateralschäden, (Menschenleben, Menschenschicksale, Folter, Schmerzen, Entmündigung, Bevormundung usw.) beider Denkmöglichkeiten gegeneinander aufrechnen, sich gegenseitig anrechnen?

Bei diesem Streit der gegenseitigen Verteufelung beider Verhaltensmöglichkeiten (der USA, der Briten und vieler anderer einerseits und der Deutschen, Franzosen, Italiener und andere andererseits,) sollte man nicht vergessen, dass die Ursache des Übels Saddam ist, die Macht dieses Despoten über andere Menschen, der eben nicht nur ein Übel für die Iraker ist, sondern auch für die Nachbarvölker, Palästinenser, Israelis und schließlich für die Weltgemeinschaft.

 

So plausibel und offensichtlich dieser § 1.  auch zu sein scheint und jeder vernünftige Mensch diese Falle menschlichen Denkens ganz selbstverständlich vermeiden sollte, so kompliziert ist dieses uralte Phänomen sowohl psychologisch, wie logisch, philosophisch und erst recht theologisch und weltanschaulich. Hinzu kommt eben, dass es in den Diskussionen und weltweiten Demonstrationen ja nicht darum geht, dass das Böse Saddam oder Bush, bzw. Saddam und Bush sei, ( und man sollte beide nicht einmal miteinander vergleichen!) sondern dass dieses ja die Gegner oder Befürworter der militärischen Intervention betraf oder betrifft, wobei sicher ungewollt die Ursache des Streites, nämlich Saddam, nicht nur aus der Rhetorik verschwand, sondern bei vielen Solidaritätsdemonstrationen, besonders in den islamischen Ländern, als das Gute auftaucht gegen das Böse in der Gestalt von Bush und der UN nicht minder.

Und der einst scheinbar fehlerlose Fischer reiste im sicher ehrlichen Bemühen um Frieden um die Welt, wobei er aber faktisch Stimmen und Stimmung gegen Bush schürte und dabei in diesen genannten Sog geriet und andere hineinzog, - während Amerikaner, Briten und andere für die Iraker, für die Saudis, Israelis, Palästinenser und auch für uns und die Weltgemeinschaft ihr Leben riskieren.

Dabei geriet trotz aller teuflischen Kontroversen die Diskussion über die eigentlichen Probleme, nämlich die B- und C-Waffen und ihre neuen Gefahren einerseits, und  andererseits die traurige anachronistische Tatsache, dass wegen des Größenwahns eines einzigen Menschen wie bei Hitler und Milosevic tausend und Millionen Menschen in den Krieg ziehen und sterben müssen, völlig in den Hintergrund. Nämlich die Macht und Willkür eines Menschen über andere. Beides hängt durchaus zusammen auch mit dem erstgenannten Problem § 1. der gegenseitigen Verteufelung von Parteien, nur weil wir in der Tat die politischen Begriffe der vergangenen Jahrhunderte auf eine heute doch ganz veränderte Situation anwenden und uns dabei von einem solchen Diktator auch noch anstecken lassen.

 

Gebe Gott, dass Saddam mit seiner neuen Entwicklung von Massenvernichtungswaffen noch nicht so weit war, als die Aktion der Briten und Amerikaner begann, und er uns nicht zwingt, auch über solche in der Hand gänzlicher Unvernunft zu diskutieren.

 

2. April. 2003

Angela Merkel hat durchaus recht:

Als nach dem Faux-pas des deutschen Kanzlers Jacques Chirac der befreundeten Nation zur Seite trat, wonach nun auch Deutschland den Freund Frankreich nicht mehr im Regen stehen lassen kann, wenn dieses europäische Tandem weiter existieren soll, für uns wahrscheinlich wichtiger, als irgend ein durchgeknallter Despot im nahen Osten, war der Druck auf Saddam entgültig weggenommen. Und die Alliierten mussten zuschlagen.

Man stelle sich nur vor, wenn so ein Staatsmann, Saddam Hussein, der nicht nur Biowaffen hat, sondern sie auch einsetzen will, nur ein Taschentuch von einem SARS-Kranken in die Hand bekommt, - oder etwas Ähnliches! Er würde seine Labors vielleicht nach Deutschland verlegen und von dort aus handeln, und die Inspektoren könnten im Irak 50 Jahre lang suchen. 

Nach allen vernünftigen Überlegungen hätten die irakischen Generäle in der Tat den auch für sie selbst unerträglichen und lebensgefährlichen Diktator sofort selbst beseitigt. Aber nach den weltweiten Friedensdemonstrationen - scheinbar für Saddam und gegen Bush - , in Wirklichkeit aber für das Gemeinsame der Weltbevölkerung, ein hoffnungsvolles Signal des neuen Jahrtausends einer neuen Welt, von Indonesien, China bis Europa und Amerika, - und um Frieden in Freiheit geht es Bush und Blair – aber es scheint dem irakischen Regime so, als arbeite nun die Zeit und auch der Liebe Gott doch für diesen Diktator, als sei all das Solidarität mit Saddam, - falls er noch lebt, oder solange ihm die Flucht auch im eigenen Land vor den eigenen Leuten immer noch gelingt.

Die Alliierten, Bush, Blair und die vielen anderen müssen nun bluten und den verlängerten Krieg auf zwei Schultern tragen und mit doppelten Fußfesseln, und sie werden zusätzlich mit Steinen und Schimpfworten beworfen, als ginge es Bush, Blair oder den Polen und Australiern darum, der Welt eine Pax-Amerikana wir eine mittelalterliche Religionsdiktatur anzulegen. Es ist unglaublich, was sich deutsche Journalisten und Politiker alles ausdenken.

Das Schlimme ist, und da zumindest hat unser Bundespräsident recht, dass man denen im Ausland zuhört und sogar glaubt – aber ihm auch.

 

 

FS

 

http://www.parteien-und-politik.de/index.htm,  http://www.parteien-und-politik.de/index.htm