Der Weg in die Wirklichkeit für den Nahen Osten, nicht nur für den Irak.
Gab
es zum Krieg eine Alternative?
Schadenfroh wie Schollatur, - könnte man sagen – frohlocken die Kriegsgegner und ihre Medienstrategen, dass es den USA nach drei Wochen noch immer nicht gelungen ist, aus einer dreißigjährigen Diktatur im Irak, dort und in Saudi-Arabien, Syrien, Jordanien und Palästina funktionierende Demokratien nach deutschen Muster zu machen, wo mit Schroeder in Deutschland erst nach 50 Jahren zum ersten Mal eine Regierung durch Wahlen abgelöst wurde.
Dennoch
können die USA stolz auf ihre Leistung in Europa sein, wo seit dem 2. Weltkrieg
aus der damals wahrhaft unappetitlichen Region ein regelrechtes Model für eine
zukünftige Weltordnung geworden ist. Das heutige Europa war 1943 für niemand,
auch nicht für amerikanischen Präsidenten Rosewelt vorstellbar.
War
es für Deutschland der Bundeskanzler Kohl, der in den Fußstapfen Erhards die
friedliche, freie und soziale Marktwirtschaft als das ideale Instrument für
eine Versorgung des Menschen mit Gütern, Bildung, medizinischer Betreuung und
Altersversorgung regelrecht verkörperte, so verkörpert bzw. thematisiert
seitdem der Sozialdemokrat Schröder in den Fußstapfen von Willi Brandt eher die
mögliche Selbstverständlichkeit eines Rechtsstaates. Aber beides ist durchaus
nicht selbstverständlich und steht einander – wenn nicht grundsätzlich, wie es
Marx behauptet, - so doch oft genug im Wege, aber es wird in modifizierter Form
weltweiter Standart werden, worunter man sich jedoch keinen Wohlstands- und
Gerechtigkeitsautomatismus vorstellen sollte. Mit all den grundsätzlichen und
den tausend alltäglichen Schwierigkeiten ist dieses dennoch die Wirklichkeit.
Verglichen
mit dem damaligen Europa ist der Nahe Osten heute – selbst mit einem Saddam -
fast eine regelrechte Idylle, zumindest, wenn man mit einem europäischen Pass
und europäischen Devisen in der Tasche diese Länder begutachtet. Dennoch ist es
der Anachronismus, die Weltfremdheit in den dortigen Systemen in der alltäglich
sichtbaren Defizienz zu den zivilisierten Staaten in aller Welt, die den
einzelnen Menschen dieser Region diskriminiert, ihm ganz normale Rechte – eben
Menschenrechte – , Bildung und Chancen verweigert, und sich als ungültig
empfinden lässt. Daran ist aber nicht diese wirkliche Welt schuld, wo die reale Entwicklung stattfand und stattfindet; eben
nicht nur die USA und ganz Amerika, sondern Europa, Russland, Japan, ganz Asien
inzwischen und Australien.
Es
ist aber genau diese Defizienz der islamischen Welt – von der Türkei abgesehen
- die als Reaktion darauf zum einen die Struktur des dort in Mode gekommenen
Selbstmörderterrors ausmacht, nämlich die Selbst- und Menschenverachtung sowohl
der Drahtzieher wie der Selbstmordtäter als Opfer, und ist zum anderen Ansatz-
und Hebelpunkt für die Erpressung und die weltweit publizistische Wirkung, aber
eben nur die von längst ermüdender Abscheu.
Und
zeigt jedes Mal die Einschätzung der eigenen Religion, die im Austausch mit
beliebigen Menschenopfern nichts weiter als Erwähnung in den Medien und
allgemeines Misstrauen gegen den Islam einbringt – und eben Geld
Wenn
von dort aus einige Hundert ferngelenkte Wirrköpfe die 6 Milliarden Menschen
der Weltgemeinschaft derart auf sich aufmerksam machen wollen, kann man dieses
im positiven Sinne höchstens als Hilferuf verstehen, die rückständigen Verhältnisse
zu verändern, - abgesehen davon, dass der Selbstmordterror mehr ist, als nur
gesellschaftlicher Unfall, sondern offenbart in dieser Defizienz Hass,
Verachtung und Verneinung sowohl der eigenen Position wie auch Verneinung jeder
Entwicklung zu der Gegenposition, zur Emanzipation hin, - gleichgültig, ob es
solchen Menschenverächtern – wie Saddam - gelingt, ganze Nationen in ihre Hand
zu bekommen bzw. solches wie in Algerien anstreben oder ob sie solche
Staatswesen nur terrorisieren – wie die jüngsten Anschläge in Saudi-Arabien und
Tschetschenien.
Insgesamt
jedoch ein soziales und ethisches Krebsgeschwür, das die USA anpacken wollen,
und man darf dem amerikanischen Präsidenten diesen guten Willen glauben. Und
die Weltgemeinschaft – auch die islamische und israelische - sollte ihn bei
diesem Unternehmen bestärken und in jeder Hinsicht unterstützen. Wenn jemand
sagt, „Bringt Juden um, Männer, Frauen und Kinder, und ihr bekommt dafür Geld.“
Dann müssten eigentlich allererst die Deutschen aufstehen, um ein solches
Gewerbe mit allen Mitteln zu beenden und nicht noch Verständnis für die Mörder
aufbringen. Wenn dagegen der Bundestagsabgeordnete Christian Stroebele dann
noch den Spieß d.h. Ursache und Wirkung umdreht, als seien nicht die
Terroristen schuldig und Ursache der Anschläge 11. Sept., Bali, Moskau,
Tschetschenien, Tunesien, Saudi-Arabien, Casablanca,
und zigfach in Israel sondern als seien die USA die Ursache des Terrors
und der Morde, auch wenn z.B. schriftlich und öffentlich palästinensische
Organisationen sogar selbst die Verantwortung für Terroranschläge übernehmen, dann
kann man nur den Kopf schütteln.
Die
bisherige Klugheit, Besonnenheit und Konsequenz des amerikanischen Präsidenten seit
dem 11. Sept. 2001 wird ihn jedoch bestätigen, wenn er diesem Unwesen ein Ende
zu machen versucht..
Wie es während der militärischen Intervention begonnen wurde, ist die sachliche, ehrliche und objektive Information der Menschen im Irak durch Zeitung, Rundfunk und besonders durchs Fernsehen die Vorbedingung für das langsame Erwachen einer jeweils eigenen Meinung und das Funktionieren demokratischer Verhältnisse, was dann auch in die Nachbarländer hineinwirkt und zu langsamen Veränderungen führen wird. Schulen und Universitäten müssen wieder funktionieren, und warum sollte es dort keine freie Irakisch-Amerikanische oder Irakisch-Polnische Universität geben in dem Land, wo die westliche Zivilisation entstand und der Ursprung der westlichen Religionen und Werte liegt.
Wenn
man jedoch naiv und mit völligem Unverständnis für Religion und für den
Zusammenhang solcher Werte mit unserem Glauben z.B. den Terror der Palästinenser
gegen Israel eher wie eine natürliche und berechtigte und sogar normale
religiöse Reaktion ansieht und darstellt und nicht wie ein Verbrechen, bei dem
also die Palästinenser und Terroristen politisch nichts zu verlieren und nur zu
gewinnen hätten, rechtfertigt, fördert und legitimiert man solche Verbrechen
und alle Vertragsbrüche genau so, wie die Financiers solchen Irrsinns., - und
macht sich am Ende auch selbst erpressbar.
Gab
es zum Krieg eine Alternative?
Sicher
hätte man alles Unrecht laufen lassen können, das sich formell genau durch die
internationale Rechtstechnokratie legitimierte, so als wenn ein Richter sein Amt
benutzt, um eigenes Unrecht zu legitimieren und schlimmeres vorzubereiten.
Krieg
ist schrecklich, und allgemeine Kriegsbegeisterung – statt Friedensdemonstrationen
- wäre noch schrecklicher gewesen. Aber man kann hier nicht den USA und den
Briten, den Polen und allen anderen das unterstellen, wogegen sie antraten.
Eine
Frau in Berlin berichtete stolz, sie hätte alle ihre Kleider amerikanischer
Herkunft verbrannt. Und wie könne man noch nach Amerika fahren.
War
es besser, die Missachtung des Völkerrechts durch Saddam, die zunehmende, von
Saddam ja angestrebte Gefährdung durch B/C Massenvernichtungswaffen und den
durch Saddam betriebenen Terror gegen sein eigenes Volk und gegen andere – als Kolateralschäden
- weiter hinzunehmen? Sicher hatten diejenigen, die dort in jedem Fall in der
Zukunft ihr eigenes Leben für die Völkergemeinschaft riskieren müssten, ihre
Informationen und für das Timing ihre Gründe. Und der schnelle Erfolg gab ihnen
recht.
Und
dieser Terrorismus, der wie jede Kriminalität wohl noch lange weiterbestehen
wird und wie die Kriminalität und auch als Kriminalität weltweit bekämpft
werden muß, ist letztlich nur als Folge von Unwissenheit ja beileibe nicht das
ärgste Problem des Islams. Weder theologisch noch politisch ist dieser Terror
zu rechtfertigen.
Und
auch die Menschheit hat noch andere Probleme.
15.
Mai, 2003, FS